Bild: Cupasol GmbH

Eine klimaneutrale und zugleich bezahlbare Wärmeversorgung von Quartieren ist eine der großen Herausforderungen für Kommunen, Energieversorger und Bauträger. Dass dies auch in Deutschland mit 100 % Sonnenwärme funktioniert, beweist die Firma cupasol GmbH aus Ravensburg. Seit mehr als zehn Jahren entwickelt und baut das Unternehmen Versorgungslösungen mit Solarthermieanlagen und saisonale Wärmespeicher und ist damit ein idealer Partner für solch anspruchsvolle Herausforderungen. schäffler sinnogy arbeitet bereits bei drei Projekten mit cupasol zusammen. Vertriebsleiter Georg Wetterling erläutert im Interview, was genau hinter ihrer Solar100-Lösung steckt, wie versorgungssicher und wirtschaftlich diese ist und welche Fördermöglichkeiten hierfür in Anspruch genommen werden kommen.

Georg Wetterling, Vertriebsleiter cupasol GmbH

Angesichts der Ukraine-Krise und explodierenden Energiekosten, wie können Quartiere sich heute unabhängiger von russischem Erdgas machen?

Die Technologie der Solarthermie hat den großen Vorteil, dass sie keine Brennstoffe benötigt, um Wärme für Raum und Warmwasser zu erzeugen. Damit sie das ganze Jahr genutzt werden kann, müssen Überschüsse aus dem Sommer saisonal für den Winter gespeichert werden. Das ist mit großen Warmwasserspeichern möglich. Durch diese Kombination kann Wärme mit der Sonne ohne importierte Brennstoffe lokal erzeugt werden. Somit ist man nicht nur völlig autark, sondern auch unabhängig vom Energiemarkt und Preisschwankungen an der Börse.

Wie funktioniert eine solche Solar100-Lösung?

Das ist sehr einfach, denn alle Technologien des Systems existieren schon seit mehr als 40 Jahren und sind lange erprobt. Neu ist nur die Kombination. Über die Solarthermie wird die Wärme erzeugt. Das mehr als ausreichende Energieangebot im Sommer kann über einen saisonalen Warmwasserspeicher im Winter für die Heizperiode genutzt werden. Über ein Wärmenetz wird die Energie an die Haushalte transportiert.

Visualisierung „100 % Sonnenwärme“, Cupasol GmbH

Wie versorgungssicher ist diese Lösung? Schließlich muss man vor allem im Winter heizen, während die Sonne aber meistens im Sommer scheint?

Versorgungssicherheit muss hier erstmal definiert werden. Denn die Sonne scheint immer und kostenlos, während der Bezug von Brennstoffen ein Risiko darstellt. Der Schlüssel der Sicherheit bei der Solar100-Lösung ist die richtige Dimensionierung des Wärmespeichers. Dieser wird so groß ausgelegt, dass er über den Sommer mit der benötigten Heizenergie für den Winter aufgeladen werden kann. Natürlich werden dabei auch Pufferkapazitäten für sehr kalte Winter mitgedacht. Sollte es mal zu einem technischen Defekt und Ausfall der Anlage kommen, sorgt ein schnellstartfähiges Redundanzsystem, wie zum Beispiel eine Gastherme oder ein Pelletkessel, für kurzfristigen Ersatz. Dieses System wird aber nicht im Regelbetrieb benutzt.

Funktioniert eine Solar100-Lösung nur für Neubauquartiere?

Das charmante an diesem System ist die Erweiterbarkeit auf Bestandsgebäude. Da das Wasser im Wärmespeicher bis 95 °C und von der Solarthermie bis 100 °C heiß ist, können im Wärmenetz hohe Vorlauftemperaturen erreicht werden, die für den Bestand notwendig sind.

Wo findet man denn die Fläche für einen Wärmespeicher und die notwendigen Solaranlagen?

Im Prinzip gibt es die Flächen für die Solaranlage überall, wenn man richtig hinsieht. Große Flachdächer von Schulen, Kitas, MFHs oder Gewerbe, Parkplätze und zum Beispiel auch Seen bieten eine tolle Doppelnutzung der Fläche. Der Wärmespeicher muss leider seine eigene Fläche in Anspruch nehmen, also quasi auf die grüne Wiese. Je nach Wärmebedarf des zu versorgenden Quartiers können die Anlagen zwischen 500 und 1000 Meter vom ersten Verbraucher entfernt liegen.

Gibt es dann überhaupt noch Platz für Photovoltaik-Anlagen, um sich auch in der Stromversorgung unabhängig zu machen?

Da die Solar100-Lösung keine Benutzung von Dachflächen von EFHs vorsieht, können diese mit PV belegt werden und die Eigentümer den erzeugten Strom direkt selbst nutzen.

Wie wirtschaftlich ist eine Solar100-Lösung im Vergleich z.B. zu dem Einsatz von Luft-Wasser-Wärmepumpen – schließlich sind diese ja auch verbrennungsfrei?

Hier muss man selbstverständlich den richtigen Zeitraum betrachten. Eine Solar100-Lösung bringt hohe Investitionskosten mit sich. Jedoch fast keine Betriebskosten, da kein Brennstoff eingekauft werden muss. Durch die gemeinsame Finanzierung im Quartier werden aber auch die Investitionskosten in etwa so aufgeteilt wie bei einer Wärmepumpe (WP). Die WP läuft zwar verbrennungsfrei, hat jedoch einen gewissen Strombedarf, dessen Preis wieder abhängig von Börsenschwankungen ist. Mit der Solar100-Lösung ist man wirtschaftlich unabhängig und kann transparent und sicher bis 40 Jahre mit festgelegten Wärmepreisen rechnen.

Welche Fördermittel stehen Quartieren denn aktuell für die Solar100-Lösung zur Verfügung?

Die neue Bundesförderung Effiziente Wärmenetze (BEW) fördert die gesamten Investitionskosten mit 40 %. Zusätzlich gibt es voraussichtlich für die ersten zehn Betriebsjahren einen Zuschuss für jede erzeugte Kilowattstunde. Das BEW lässt sich auch mit der Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG) kombinieren. Hier erhält der Hauseigentümer einen zusätzlichen Zuschuss z.B. für die Sanierung des Gebäudes. Damit lassen sich die anteiligen Investitionskosten gut decken.

Was muss ich tun, wenn ich herauszufinden will, ob eine Solar100-Lösung auch für das eigene Projektvorhaben möglich wäre?

Einfach mich anrufen natürlich! Prinzipiell lässt sich die Solar100 Lösung immer anwenden, wenn eine gewisse Mindestgröße an Anschlussnehmern erreicht ist. Diese liegt im Bestand bei ca. 20 Einfamilienhäusern. Ansonsten kann man sich darüber auch bei schäffler sinnogy oder auf unserer Homepage informieren. Nichts destotrotz sind Nahwärmeprojekte Gemeinschaftsprojekte. Somit lohnt sich die Kontaktaufnahme immer, um die Potentiale schnell und gesichert überprüfen zu lassen.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zu der Arbeit der cupasol GmbH erhalten Sie auf www.cupasol.de

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