Sonnenstrom für Mieter

Sonnenburg: solbat-Partner Stadtwerke Burg realisieren Mieterstromprojekt für 230 Mietparteien

Wer in Gebäuden der Burger-Wohnungsbau-genossenschaft (BWG) an der Holzstraße, Johann-Mühlpfort-Straße und Wilhelm-Kuhr-Straße Mieter ist, kann seinen Strom jetzt aus einer neuen Quelle beziehen: direkt vom Dach seines Wohnhauses.

Der Strom, den die neuen Photovoltaikanlagen dort erzeugen, wird nämlich nicht ins allgemeine Netz eingespeist, sondern direkt an die Mieter verkauft. Realisiert worden ist dieser sogenannte Mieterstrom von der BWG und Stadtwerke Burg GmbH (Stadtwerke Burg). Die Kooperationspartner haben das Projekt mit dem treffenden Namen Sonnenburg am Mittwoch (2. Dezember) vorgestellt. Anlass für den Ortstermin war die Fertigstellung der ersten 29 von insgesamt 35 Solarstromanlagen; die restlichen werden im kommenden Jahr errichtet. Sind alle auf den zwölf Gebäuden installiert, können 230 Parteien den Mieterstrom beziehen. Der dort aus kostenlosem Sonnenlicht erzeugte Strom reicht aus, um ein Drittel des Strombedarfs der gesamten Mieterschaft zu decken. Insgesamt verfügen die 35 Anlagen über eine installierte Leistung von maximal 280 Kilowatt. Montiert werden die Anlagen von eab solar aus Magdeburg.

Dr. Alfred Kruse, Geschäftsführer der Stadtwerke Burg, sieht in diesem Mieterstrommodell einen weiteren wichtigen Baustein auf dem Weg zu einer effizienten und klimaschonenden Energieversorgung: „Der Klimaschutz ist eine globale Herausforderung, die von jedermann einen Beitrag fordert“, sagt er und fügt an: „Die dafür notwendige Energiewende jedoch findet hier vor Ort, regional, statt; ich sehe hierbei Stadtwerke mit kommunaler Beteiligung besonders in der Pflicht.“ Ihre Aufgabe sei es Impulse zu setzen, Lösungen zu entwickeln und Projekte auch umzusetzen. „Gemeinsam kann man mehr bewegen, Kooperationen sind für die Gestaltung unserer künftigen Lebensqualität schon von daher wichtig“, betont auch BWG-Vorstand Diethelm Harp. Er freut sich über dieses erste gemeinsame Solarprojekt mit den Stadtwerken Burg und lobt dessen Vorteile: „Es ist gut für die Umwelt und die BWG-Mieter profitieren von geringeren Stromkosten.“ Für den Stadtwerke-Chef hat der am Erzeugungsort verwendete Strom noch einen dritten Vorteil: Er entlastet die Stromnetze, weil er nicht eingespeist werden muss.

Langjährige Strompreisbremse

Mit dem Pilotprojekt im Jerichower Land ermöglichen die Stadtwerke Burg und die BWG erstmals Mietern den Zugriff auf die Kostenvorteile von erneuerbar erzeugtem Solarstrom für den Eigenverbrauch. Für den Solarstrom vom eigenen Hausdach zahlen die Mieter einen Fixpreis, der für die nächsten 20 Jahre stabil bleibt. Lediglich die Höhe der auch für selbst erzeugten Strom voll zu zahlenden EEG-Umlage von 6,345 Cent pro kWh in 2016 kann sich ändern. Die Abrechnung erfolgt wie gewohnt durch die Stadtwerke Burg; über sie können die Mieter auch ihren restlichen Strombedarf decken; der Solarstrom vom Dach reicht etwa für ein Drittel des Bedarfs, zwei Drittel müssen sie wie bisher aus dem öffentlichen Netz beziehen.

Die Stadtwerke Burg installieren ohne Mehrkosten intelligente Stromzähler, sogenannte Smart Meter. Sie erlauben jedem Bewohner einen aktuellen Überblick über ihren Stromverbrauch. Das macht Stromverbrauch sowie Abrechnung transparent und regt auch zum Energiesparen an. „Die Beobachtung des Stromverbrauchs hilft, Stromfressern auf die Spur zu kommen und vielleicht auch das eigene Energieverhalten zu verändern“, meint Dr. Alfred Kruse.

Ausweitung geplant

Im ersten Schritt haben die Stadtwerke Burg das Mieterstrommodell zunächst als Pilotprojekt im eigenen Netzgebiet umgesetzt. Weitere Projekte mit anderen Immobilienbesitzern – privat oder genossenschaftlich – aus dem Jerichower Land sollen im kommenden Jahr folgen. Auch die weitere Erhöhung des Eigenverbrauchsanteils durch den zusätzlichen Einsatz von Batteriespeichern in den SonnenBurg-Immobilien stellt für die Zukunft eine Erweiterungsmöglichkeit dar.

Das Projekt SonnenBurg ist für die Stadtwerke ein wichtiger Schritt beim Ausbau des Geschäftsfelds Erneuerbare Energien. Hier steht zum einen die Kundenbindung und Kundengewinnung im Vordergrund. Zum anderen heben die Stadtwerke auch konsequent das Potential lokaler Klimaschutzmaßnahmen mit Bürgerbeteiligung. So können sich die Mieter auch in Form von Spareinlagen am Projekt Sonnenburg beteiligen.

Umweltbewusste Positionierung

Die Investitionsrisiken bei diesem innovativen Mietmodell liegen bei den Stadtwerken Burg. Sie übernehmen Planung, Abwicklung, Finanzierung und den Betrieb der Photovoltaikanlagen. Die Immobilien der BWG erfahren durch die umweltschonende Energieversorgung und die damit verbundene moderne Infrastruktur eine Aufwertung; durch die umweltbewusstere Positionierung erschließt sie sich zudem neue Kundengruppen.

Quelle: www.stadtwerke-burg.de